Sicheres und gutes Fliegen durch gezielte Aufgabenstellung

 

Von Chrigel Maurer

 

Von allem Anfang an waren mir konkrete und erreichbare Ziele wichtig. Ein einfaches Beispiel kann das Ziel "Start" sein: Sicher in die Luft kommen, ohne dabei schon an die Landung zu denken - einfach nur das Ziel Start im Kopf! Wenn ich dann sicher in der Luft bin, kommt das nächste Ziel, beispielsweise Thermik zu finden oder Wingover zu üben. Danach die weiteren Ziele, Schritt für Schritt. Am Schluss folgt dann das Ziel "Landung". Alle entschlossen verfolgen, und dies mit 200-prozentiger Konzentration! Diese Ziele versuchte ich in meinen elf Jahren Gleitschirm- und Deltafliegen stets bildlich vor mir zu haben.

 

Die Ziele steigerten sich von Jahr zu Jahr: Sicher in die Luft und wieder zurück zu kommen, war am Anfang sehr spannend. Dabei galt es, meine Ausrüstung immer so gut wie möglich im Griff zu haben und keine Negativerlebnisse zu sammeln. Dann versuchte ich, bei gutem Wetter möglichst lange in der Luft zu bleiben. Als ich mal zuverlässig Thermik finden konnte, wollte ich eine möglichst hohe Höhenzahl auf dem Vario sehen sowie die höchste Geschwindigkeit.

 

Nach zwei Jahren Flugerfahrung kam das Ziel, möglichst weit zu fliegen. Dies funktionierte in Adelboden irgendwie nicht. So startete ich in Meiringen und wollte nach Haus fliegen, was dann auf Anhieb gelang. Noch im selben Jahr flog ich wiederum von Meiringen aus nach Gstaad und zurück nach Meiringen, 150 km waren damals mein Ziel. Bei diesen Flügen waren die Ziele Start und Landung zum Beispiel schon soweit automatisiert, dass ich mich verstärkt den "Distanzzielen" widmen konnte.

 

Dann setzte ich mir auch beim Akrofliegen Ziele wie Wingover, Fullstall und Spirale. Irgendwann war Gegendrehen - Loop - angesagt, und als es mit der Zeit kleinere Schirme gab, stiegen auch die Ziele. So blieb auch meine Motivation stets auf einem hohen Level, da ich übers Jahr genügend Abwechslung hatte.

 

Schlussendlich habe ich bis heute beim Wettkampf, beim Streckenfliegen und Akro noch Ziele, welche ich verfolgen will! Gerade beim FAI Dreieck Streckenfliegen plane ich heute mit über 300 statt beispielsweise 250 km und sage mir, lieber um 21 Uhr bei 290 km am Boden stehen als um 19 Uhr das 250 km Dreieck geschlossen zu haben.

 

Beachte jedoch: Je grösser das Ziel, je grösser die Enttäuschung, wenn man dies nicht erreicht. Eine grundsätzliche Zielsetzung sehe ich als hilfreich, um im Leben weiter zu kommen. Je nach Pilotenkönnen müssen die Ziele jedoch angemessen sein.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen Tächis viel Freude und Motivation für unvergessliche Flüge!

 

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