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03.06.2009 / Anlässlich der BaWü Airgames erhöhte Chrigel Maurer seine "Drehzahl" auf über 200. Hier sein Bericht:
Infinity Tumbling Weltrekord vom Sonntag, 31. Mai 2009
Da nach einem ersten Trainingsflug am Nachmittag dichtere Wolken aufgezogen waren und zudem die Thermik und der Wind noch zu stark waren, konnte der Hubschrauber erst um 19:45 Uhr starten. Der Helipilot konnte meine Wunschabsprungshöhe nicht ganz einhalten, auf ca. 3300 Meter ü.M war Schluss. Dennoch verblieben mir gut 3000 Meter über dem Landeplatz. Die Berechnungen, um den Landeplatz bei diesem Wind auch zu treffen, waren aufwändig, aber sehr wichtig. Ich kann während den Tumbels nicht steuern, und dass der Landeplatz in einem relativ engen Tal zwischen 400 Meter hohen Hügeln lag, machte die Aufgabe nicht gerade einfacher.
Der Absprung verlief wie immer problemlos, und auch die Einleitung nach wenigen Sekunden Flug klappte bestens. Nach Halbzeit "durchtumbelte" ich eine dünne Wolkenschicht, welche sich am bilden war. Darunter war es dann, wie angenommen, thermisch etwas aktiv, wobei ich die ersten Unruhen der Luft noch gut zu korrigieren vermochte. Der Hals und Bauch begannen nun immer stärker zu schmerzen, und die Finger verkrampften sich. Ich versuchte mich locker zu halten, aber das gelang mir nicht. Die Belastungen waren, mit bis 6 G, einfach zu extrem, um locker zu bleiben. Einfach durchhalten, das war das Einzige was nun zählte.
Seit dem ersten Rekord habe ich beim Training gelernt, die Umgänge zu zählen. So war ich nach 200 Umdrehungen erst mal erleichtert, aber auch am Ende meiner Kräfte. Besonders die Halsmuskulatur machte mir zunehmend Probleme. Als es nach ca. 207 Turns (nach späterer Zählung waren es 210) nochmals unruhig wurde, leitete ich sicherheitshalber aus. Zu meinem Erstaunen war ich, wie nach Berechnung, genau über dem Tal angekommen und hatte noch ausreichend Sicherheitshöhe. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage, irgendwelche schönen Manöver zu fliegen. Das tat mir vor allem für die vielen Zuschauer leid, von welchen ich am Landeplatz empfangen wurde. Es war schlicht überwältigend, vor dieser beeindruckenden Kulisse einzufliegen und zu wissen, es geschafft zu haben!
Interessant waren die Pulsmessungen, welche ich mit meiner Suunto t6c gemacht habe. Im Vergleich zum ersten Rekord in Grindelwald, war mein Puls während dem Steigflug im Hubschrauber mit ca. 130 Schlägen um einiges tiefer. Beim Aussteigen war es jedoch mit der Ruhe vorbei. Mein Puls stieg rasant auf bis 180 Schläge an. Beim Einleiten des Tumblings ging mein Puls zurück auf 164, dann durch die Belastung langsam wieder hoch, und nach knapp 6 Minuten Herumschleudern lag er wieder bei 177.
Ich möchte mich ganz herzlich bei den Organisatoren bedanken, dass sie es mir ermöglicht haben, diesen Rekord im Rahmen der BaWü 2009 zu realisieren. Ein grosses Dankeschön geht aber auch an die ganze ADVANCE Crew und an meine übrigen Sponsoren.
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