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Kein Zufall (Dubis letzter X-Alps 09 Kommentar, verfasst Fr, 31. Juli, 13 Uhr)
31.07.2009 / Seit gut einer Stunde ist das vierte X-Alps Geschichte. Mit einer Linie möglichst entlang der Bojenachse holte sich der Amerikaner Honza Rejmanek den dritten Rang. Dies, weil er zum Schluss fliegerisch etwas mehr zu bieten hatte als Aidan Toase und sich bei Evgeny Gryaznov höchst interessante Linien mit nicht immer nachvollziehbaren Entscheiden abwechselten.
In Monaco aber stehen respektive baden nur die beiden Tächi. Das ist kein Zufall. Alex wäre zwar vielleicht auch ohne den Club ein Grosser geworden, und bei Chrigel ist das ganz sicher der Fall. Aber Alex hat die moralisch/technische und in geringerem Masse die finanzielle Unterstützung sicher in den Anfängen und den Jahren, in denen es nicht von selbst vorwärts ging, mitgeholfen, dran zu bleiben. Chrigel hat sich als bereits bekanntes Talent für unseren Club entschieden, weil Wettkampf und Leistung hier grösseren Stellenwert haben und Anerkennung finden als anderswo.
Wir können solche Ausnahmeflieger nicht einfach regelmässig aus dem Hut zaubern. Zudem ist die Förderung heute stärker regional und national organisiert als damals. Wir sind weit weg von den Zeiten von "Blätz", wo das Team Jungfrau Parapente praktisch als Vereinsmannschaft auftrat. Diese veränderten Strukturen muss auch das Clubmitglied begreifen.
Aber wenn wir weiterhin im Rahmen des Möglichen ergänzende Unterstützung anbieten und der Stellenwert des Spitzensports hoch bleibt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch in Zukunft Topathleten in unserem Club haben werden. Erst wenn das X-Alps 09 den einen oder anderen Jungpiloten zum ernsthaften Leistungssport animieren könnte, wäre die Veranstaltung für mich der volle Erfolg. (Urs Dubach)
Abermals Stilnote 10 (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Do, 30. Juli, 21:30 Uhr)
30.07.2009 / Alex Hofer hat Chrigels Superflug ans Mittelmeer gedoppelt und das Ziel in Monaco erreicht. Petrus hat meinen gestrigen Kommentar gelesen und sorgte für die guten Flugbedingungen. Und Alex wollte mir nochmals zeigen, dass die Aussage bezüglich der Leistung auf Augenhöhe auch stimmt. Ich kann abermals die Stilnote 10 hervorkramen und möchte damit vor allem auch die Charakterstärke hervorheben. Es ist nicht einfach, nach einer verpassten Titelverteidigung eine solche Leistung zu erbringen. Herzliche Gratulation!
Einschliessen möchte ich auch das Team, insbesondere natürlich Nicole Schlotterer. Ich bin zwar nicht nahe genug dran, aber habe doch das Gefühl bekommen, dass Alex dieses Jahr sehr gut organisiert und betreut war.
Wir haben in den letzten eineinhalb Wochen das Duell der beiden besten Gebirgsstreckenpiloten der Welt gesehen. Dies trotz Alex' langer Abwesenheit! Wir haben das Duell des aktuell weltbesten gegen den grössten Gleitschirmpiloten aller Zeiten gesehen. Mit einem verdienten Sieg ohne wenn und aber für Chrigel. Das war die Champions League. Auch wenn das hart klingen mag, trug die Konkurrenz dahinter den UEFA-Cup aus. Nur Martin Müller und Vincent Sprüngli zeigten, dass sie eventuell auch weiter vorne mitmischen könnten.
Alle anderen müssen, insbesondere was das Streckenfliegen in schwierigen Bedingungen angeht, in den nächsten zwei Jahren über die Bücher. Ich meine mit schwierigen nicht unbedingt die gefährlichen Bedingungen, denn technisch sind die Jungs ok bis top. Aber warum bisher nur Schweizer das X-Alps gewonnen haben, mag eine der vielen X-Alps News erläutern: Da steht geschrieben, dass ein Teilnehmer schliesslich schon 180 km Flüge in den Alpen aufzuweisen habe und trotzdem hinterher fliege. Solche Distanzen schafft in der Schweiz mittlerweile jeder anständige durchschnittliche OLC-Flieger.
Zwei Piloten des Deltaclub Jungfrau-Tächi erster und zweiter des X-Alps und als einzige im Ziel! Mein letzter Kommentar wird sich morgen damit befassen. (Urs Dubach)
Aktuelle Infos im Internet:
Alex durchaus auf Augenhöhe (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Mi, 29. Juli, 21:35 Uhr)
29.07.2009 / Während Chrigel den Pool und das mondäne Monaco geniesst, steht Alex in den französischen Südalpen im Gegenwind.
"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" -- Michail Gorbatschows legendärer Ausspruch scheint das Motto des diesjährigen X-Alps zu sein. Bevorteilten Rennkonstellation und Verhältnisse vor zwei Jahren stets die Jäger, finden dieses Jahr die Verfolger permanent schwierige Verhältnisse an entscheidenden Stellen vor.
Wer hätte gedacht, dass ein wettermässig bescheidener zweiter Tag eigentlich schon die Rennentscheidung bringt. Denn von da an kämpfte Alex meiner Einschätzung nach mit dem Superchrigel durchaus auf Augenhöhe. Die Alpenquerung von Zernez ins Bündner Oberland kann sich im Rennen um das fliegerische Highlight des Wettkampfs durchaus mit Chrigels Vorfront- oder Meeresflug messen.
Trotzdem war der Ausgang des X-Alps 2009 nur einmal wirklich offen und spannend. Am Vorabend der Matterhornpassage waren beide Kontrahenten sehr interessant aufgestellt. Wären die Verhältnisse im Bündner Oberland und Uri nur unwesentlich besser gewesen, hätte der Abstand nochmals sehr klein werden können. Ab da war eigentlich alles klar.
Also lieber Petrus! Wenn du ein echter Sportsmann bist, zeigst du dich morgen gnädig und lässt Alex das X-Alps so beenden, wie er es verdient hat: mit einem guten Flug. (Urs Dubach)
In fürstlicher Manier (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Di, 28. Juli, 21 Uhr)
29.07.2009 / Der überlegene X-Alps Sieger 2009 heisst Christian Maurer, Schweiz, Jungfrau-Tächi!
Chrigel beendet das Rennen, wie er es meist angeführt hat: In great style. Er hat die Line des X-Alps im wahrsten Sinne übertroffen, indem er bis an den Strand des Mittelmeers geflogen und erst dann zum Mont Gros gelaufen ist, wo das Rennen vor dem finalen Gleitflug neutralisiert wird. Ich vergebe also -- nach dem Matterhorn -- zum zweiten Mal die Stilnote 10; ein wahrhaft würdiger Abschluss einer in jeder Hinsicht ausserordentlichen Leistung, welche alle Superlative verdient.
Im Ziel werden dieses Jahr nur Tächi stehen! Trotz Chrigels Geste, erst morgen nach Monaco zu fliegen, hat ausser Alex wohl kein Pilot mehr die Chance, Monaco dann innert 48 Stunden zu erreichen. Mit Alex' grossartiger Leistung und der Frage, warum das Rennen trotzdem nur einmal kurz sehr spannend wurde, werden wir uns morgen nach seinen hoffentlich langen Flügen in Frankreichs Süden auseinandersetzen.
Heute lasse ich meine Analysen Analysen sein und gratuliere Chrigel und Thomas schlicht zum grandiosen Sieg. Dass man erst morgen den Turnpoint betreten will und damit vielleicht auf eine Allzeitrekordmarke verzichtet, berührt mich. Chrigel, ich tat Dir unrecht; ich dachte immer, Du seist ein fliegender Lance Armstrong. Aber heute zeigst Du dich als Bobby Charlton der Lüfte. (Urs Dubach)
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Maurermeisterlich! (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Mo, 27. Juli, 21:20 Uhr)
27.07.2009 / Heute morgen haben wir Chrigel zu seinem Geburtstag gratuliert, heute abend kann ich ihm zum Gewinn des X-Alps 09 gratulieren. Chrigel hat nach zähem Beginn mit einer famosen Flugleistung die Alpen der Haute Savoie und Dauphiné bezwungen, darunter so legendäre Pässe wie den Galibier. Das Trikot mit den roten Punkten war ihm seit dem Monte Rosa sowie nicht mehr zu nehmen!
Alex hatte derweil, aus meiner Sicht ohne grosses Verschulden, einen total verkorksten Tag. Chrigel hat nun unglaubliche Reserven, kann bei Bedarf Risiken minimieren und muss beim Laufen wohl nicht mehr an die letzten Grenzen gehen. Man soll das Fell des Bären ja nicht verteilen, bevor der Bär erlegt ist. Aber der Schuss ist gesetzt, und ich glaube nicht, dass der Jäger noch stolpert. Das Spannendste ist wohl nun, wie gnädig Chrigel mit den Konkurrenten umgeht, welche 48 Stunden nach ihm in Monaco eintreffen sollten. Aber damit werden wir uns morgen befassen.
Denn der heutige Tag gehört ganz Christian Maurer. Dass er gerade an seinem Geburtstag die wohl endgültige Entscheidung herbeiführen konnte, passt irgendwie zu seinem X-Alps: Eine wohl fast perfekte Vorbereitung, sicher ein exzellentes Team mit seinem Begleiter Thomas Theurillat an der Spitze, ein früher Vorsprung und eine klare Linienwahl mit fast perfekter Ausführung.
Der Schreiber verneigt sich vor dem Künstler.
(Urs Dubach)
Matterhorn und Zeitstrafe kassiert (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst So, 26. Juli, 22:00 Uhr)
26.07.2009 / Heute war im Wallis ein sicher nicht ganz einfacher Flugtag mit relativ stabilen Verhältnissen. Chrigel steht kurz vor Chamonix, und Alex versucht nach erflogener Matterhornboje wohl, die CTR Sion zu unterlaufen und morgen vorerst Chrigels Linie zu folgen. Sein Rückstand gegenüber der Marmolada hat sich je nach Einschätzung reduziert, aber nur leicht; analog einem Radfahrer, der nach einer 100 km Flucht einige Sekunden auf den Leader wettmacht.
Ärgerlich ist Alex' 2 h Zeitstrafe für unvollständigen Track während eines GPS-Ausfalls. Es ist einerseits unverständlich, dass die hochprofessionelle X-Alps-Organisation nicht im Stande ist, die Teilnehmer unverzüglich auf Trackausfälle aufmerksam zu machen. Andererseits hätte auch Alex ein Trackmonitoring organisieren können.
Nun hat die zweite Woche angefangen. Es beginnt endgültig weh zu tun, und Motivation und Leidensbereitschaft werden wichtiger als Schirmhandling, Taktik und Laktatwerte. Jetzt müssen auch die Begleiter zeigen, dass sie mehr sind, als die Führer des Mannschaftswagens. Als nächste Referenzperson können sie mit der richtigen Mischung aus Seelsorger und Antreiber die letzten Reserven aus ihren Athleten herausholen.
Im Mittelfeld haben heute Coconea (Disqualifikation wegen Luftraumverletzung) und Müller wegen Fussverletzung das Rennen aufgeben müssen. Beides passt in den bisherigen Rennverlauf, also zu den Dissonanzen im Coconea-Team und zum Wettkampfpech von Martin Müller. (Urs Dubach)
Hinweis d. Red.: Absolut sehenswert: Das neue Video "Maurer vs. Hofer" im Multimedia-Bereich der Red Bull X-Alps Website.
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Königsetappe (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Sa, 25. Juli, 19:00 Uhr)
25.07.2009 / Gestern stellte ich zwei Fragen, welche nun beantwortet werden können:
1. Wie schnell kann Chrigel das Monte Rosa Hindernis überwinden respektive umgehen?
Nun, schneller als von mir gedacht, und ich vergebe zudem die Stilnote 10. Den mühsamen Hüttenweg hinaufgesoart, alpinistisch einwandfrei den Grat bezwungen und dann mit einer feinen abschliessenden Flugleistung die Ernte eingebracht. Chapau!
2. Wie schnell kommt Alex auf der nordwestwindgeplagten "Autobahn" vorwärts?
Die Autobahn wurde zunächst über einen Fussweg umgeleitet, danach war nur die linke Spur offen. Im Ernst: Wie Chrigel hat uns auch Alex Sport auf allerhöchstem Niveau geboten, nur unter widrigeren Umständen. Man schaute sich nur die Kamarabilder von Gütsch und Grimsel an, um die Leistung richtig einzuschätzen.
Der Tagessieger heisst trotzdem ganz klar Chrigel. Wir kennen den Rückstand von Alex am Matterhorn erst morgen. Aber wir wissen nun, dass dieser weiterhin in einer taktischen und nicht technischen Grössenordnung liegen wird. Damit meine ich, dass er nur bei grundsätzlich anderer Routenwahl, sehr speziellen Wetterkonstellationen oder ausserordentlichen Ereignissen überhaupt aufgeholt werden kann. Es reicht also nicht, etwas länger zu laufen, weniger zu schlafen, besser zu fliegen oder eine kleinräumig andere Linenwahl zu treffen.
Im übrigen kam die Veltlingruppe heute gut voran, wobei es sich zeigte, dass Coconea für dieses Niveau nach wie vor fliegerische Defizite aufweist.
Der Mont Blanc steht zwar noch aus, trotzdem könnte dies heute die Königsetappe gewesen sein. Damit meine ich nicht, dass das Rennen schon entschieden ist. Aber Chrigel ist jetzt sehr schwer zu schlagen. (Urs Dubach)
Höchster Schweizer greift ein (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Fr, 24. Juli, 21:15 Uhr)
24.07.2009 / Chrigel und Alex sind in sicher immer noch schwierigen Bedingungen rund 90 km vorangekommen, den Grossteil fliegend. Derweil erlebte das Feld wieder einen schwarzen Tag. Der stetig stärker werdende Vincent Sprüngli musste verletzt ebenso aufgeben wie Ronny Geijsen. Coconea warf den Ballon. Dem bedauernswerten Martin Müller fehlte nach einer herausragenden Flugleistung einmal mehr wohl auch das nötige Wettkampfglück.
Chrigel liess sich durch meine Variantenmutmassungen natürlich nicht beirren und verfolgte konsquenten Westkurs. Jetzt stellt sich ihm aber der höchste Schweizer persönlich in den Weg. Die Ostabstürze von Doufourspitze/Weissgrat sind an den tiefsten Stellen über 3500 m hoch. Gegen das Saastal gibt's den Monte Moro Pass, im Süden das Tälergewirr des Monte Rosa Massivs. Da sich Chrigel momentan im Talboden befindet, liefert uns Google Earth noch keine Indizien für seinen Entscheid.
Es stellen sich für morgen zwei Fragen:
1. Wie schnell kann Chrigel das Monte Rosa Hindernis überwinden respektive umgehen?
2. Wie schnell kommt Alex auf der nordwestwindgeplagten "Autobahn" vorwärts?
Genau bei Chrigels Rennhälfte (Freitag 9 Uhr) ist es sicher einmal interessant, einen Blick auf das ganze Teilnehmerfeld zu werfen und gewisse Werte zu vergleichen. Die untenstehende Grafik (hier Download als PDF) zeigt waagerecht die Kilometerleistung der Athleten, senkrecht den Anteil Flugkilometer in Prozent.
Es ergibt sich eine leichte Korrelation zwischen Leistung und Fluganteil (ansteigende schwarze Gerade). Im mittleren und hinteren Teilnehmerfeld lassen sich aber zwei eigentliche Athletengruppen ausmachen. Die Piloten oberhalb der Geraden sind entweder (relativ zu ihrer Ranglistenposition!) gute Flieger, schwache Läufer oder sie nehmen zu viele Flugoptionen war. Die Piloten unterhalb sind entsprechend entweder relativ schwache Flieger, gute Läufer oder nehmen zu wenige Flugoptionen war.
Aktuelle Infos im Internet:
Halbzeitbilanz (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Do, 23. Juli, 21:10 Uhr)
24.07.2009 / In den letzten 24 Stunden haben Chrigel und Alex beide genau 62 km Luftlinie zurückgelegt. Beide hatten -- 90 km voneinander entfernt -- einen fast parallelen Tagesablauf, wenn man von Chrigels wenig ergiebiger Abendflugübung einmal absieht.
Wohl Freitag Vormittag wird Chrigel beim X-Alps 2009 die halbe Distanz erreicht haben. Also Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen:
Momentan teilt sich das Feld in eine grössere Gruppe, welche Chrigel in Richtung Veltlin folgt, und eine kleinere, welche Alex folgt. Die Verfolger von Chrigel haben bei fünf Wettkampftagen über zwei Tage Rückstand. Pal Takats und Michael Gebert folgen Alex mit einem Respektsabstand von weit über einem Tag. Ich wage also die Prognose, dass unter normalen Voraussetzungen der Sieger des X-Alps 2009 Chrigel Maurer oder Alex Hofer heissen wird. Nur grosse Beschwerden, Verletzungen oder grössere Penalties könnten daran noch etwas ändern.
Zwischen Chrigel und Alex liegt auch etwa ein Tag Differenz. Aber zwischen ihnen kann erst wieder am Matterhorn richtig abgerechnet werden. Morgen lohnt es sich, Chrigel gut zu beobachten. Er hat Alternativen vor sich. Dabei muss er nicht nur das Wetter, sondern auch seine kurzfristige Zielsetzung berücksichtigen. Ob er einen möglichst grossen Vorsprung herausholen oder mit Sicherheit einen Vorsprung behalten will, kann zu ganz verschiedenen Routenentscheiden führen. (Urs Dubach)
Optionalex Kalkül (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Mi, 22. Juli, 21 Uhr)
23.07.2009 / Heute kam Wind auf, und viele Piloten mussten wohl am oder über ihrem Limit fliegen. Unter diesen Umständen sind die je 70 km Luftlinie, welche Chrigel und Alex in den letzten 24 Stunden schafften, eine Superleistung. Achsbereinigt sind das bei Alex zwar nur ca. 55 km, aber gerade seine Entscheidung und Linie sind heute sicher das spannendste Thema.
Alex hat das X-Alps zweimal gewonnen. An einem zweiten Platz ist er kaum interessiert. Es ergeben sich daher für ihn zwei Optionen:
1. Der sicheren Linie folgen, den Rückstand keinesfalls anwachsen lassen und den zweiten Platz festigen, um bei einem eventuellen Fehler von Chrigel noch angreifen zu können.
2. Bereits jetzt eine komplett andere Linie wählen -- nach dem Motto: Top oder Flop.
Dem Naturell von Alex liegt sicher Variante zwei näher, und er hat sich daher richtigerweise dafür entschieden. Meteotaktische Erwägungen dürften zweitrangig sein. Wichtig ist, dass die Route und Wetterlage grundsätzlich andere Flugpotenziale möglich machen könnten.
Bei gleichen Luftlinienleistungen wie heute wäre es grundsätzlich möglich, das Bündner Oberland in zweieinhalb Tagen zu erreichen, um dann mit dem auf Nordwest drehenden Wind klassisch Richtung Wallis und ins Mattertal zu fliegen. Wenn ich allerdings die Windmodelle betrachte, möchte ich morgen lieber gar nicht fliegen. (Urs Dubach)
Aktuelle Infos im Internet:
"Nutella zum Frühstück, Marmolada zum Mittag..." (Dubis kleiner X-Alps Kommentar, verfasst Di, 21. Juli, 21 Uhr)
22.07.2009 / ... das war die frühe Prognose von Chrigels Supporter. Urs Dubach bewertet den dritten Tag der X-Alps so:
Was für ein Tag! Sensationelle Flugleistungen der drei Schweizer -- und zwei Jungfrau-Tächi an der Spitze! Einen zähen Coconea darf man sicher noch nicht abschreiben. Aber dann muss sich in diesem Team taktisch einiges ändern, sonst werden wir von den fliegerischen Fortschritten des Rumänen leider nie etwas sehen.
Chrigel hatte einen super Flug mit optimalem Timing. Zu bester Zeit im schwierigen Terrain rund um die Marmolada unterwegs und mit einen finalen Gleitflug kurz vor 21 Uhr. Er befindet sich nun auf der übersichtlichen Achse Val di Sole - Veltlin, was für die kommenden schwierigen Tage (Wind, eventuell Südstau) die nötige Flexiblilität bezüglich Lauf- und Flugoptionen ergibt.
Auch Alex und Martin haben sich super geschlagen, zu Beginn im Defereggental gar einen Klassenunterschied gegenüber den unmittelbaren Konkurrenten aufgezeigt. Obwohl beide sehr nahe am Turnpoint Marmolada sind, hat doch Alex momentan die etwas besseren Karten, befindet er sich für die südliche Umrundung doch bereits im richtigen Tal. (Urs Dubach)
Chrigel setzt erste "Duftmarke" Dubis kleiner X-Alps Kommentar (verfasst Mo, 20. Juli, 21 Uhr)
21.07.2009 / Noch ist das X-Alps erst zwei Tage alt und natürlich nicht entschieden. Aber Chrigel hat heute eine Duftmarke gesetzt, die den Konkurrenten sicher mehr zu denken gibt, als sie je zugeben mögen -- unabhängig davon, was in der Nacht noch passieren mag (Anm. der Red.: Er könnte sein GPS verschlucken).
Wenn der Angstgegner gleich zu Beginn auf genau die Weise zuschlägt, wie befürchtet, hat man beim Marschieren genug Zeit, um ins Grübeln zu kommen. In punkto marschieren: Maurers Fluganteil am Montagabend 59%, Hofer 39%, Müller 27%, Coconea 26%! Die nächsten Tage werden fliegerisch nicht immer einfach sein. Aber wohl erst, wenn sie unmöglich werden, könnte Coconea die Führung übernehmen. Und die Toppiloten im Verfolgerpulk benötigen dazu vorerst einen taktischen Geistesblitz. (Urs Dubach)
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